Beste Justizberichterstattung mit Regino-Preis geehrt

Freudige PreisträgerBerlin, 05. Dezember 2014 – Acht Preisträger erhielten in diesem Jahr den Regino-Preis für herausragende Justizberichterstattung. Der Regino-Preis wird von der Fachzeitschrift „Neue Juristische Wochenschrift“ (NJW) sowie dem Gründer des Preises, dem Koblenzer Rechtsanwalt Wolfgang Ferner, jährlich verliehen. Die Auszeichnung würdigt besondere journalistische Leistungen zu Justizthemen in den Kategorien Hörfunk, Fernsehen und Print. Die festliche Preisverleihung fand heute in den Räumen der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) in Berlin statt.

Mit der mühsamen Aufarbeitung des rechten Terrors anhand des Münchner NSU-Prozesses beschäftigt sich der Siegerbeitrag in der Kategorie Hörfunk. Für ihr fast einstündiges Radiofeature „Viele Fragen, wenig Antworten“ beobachteten die vier Autoren Ina Krauß, Tim Aßmann, Thies Marsen und Matthias Reiche den Prozess, sprachen mit Beteiligten und zogen ihre Schlüsse. „Die Autoren haben eine einzigartige Opferperspektive herausgearbeitet ohne plakativ ein Urteil im Strafverfahren vorwegzunehmen“, lobte Wolfgang Ferner in seiner Laudatio das Feature des Bayerischen Rundfunks.

Das dreiste Vorgehen von Erbschleichern deckten die Autorinnen Sigrid Born und Nicole Würth in einem Fernsehbeitrag für den Saarländischen Rundfunk auf. Sie schildern aber auch die tragische Geschichte eines Mannes, der zu Unrecht der Erbschleicherei bezichtigt wurde. „Achtung Erbschleicher! Der Kampf um Omas Häuschen“ heißt ihre 45-minütige TV-Dokumentation, die in der Katagorie Fernsehen die begehrte Auszeichnung erhielt. Jury-Mitglied Bernhard Töpper würdigte in seiner Laudatio besonders die Darstellungsweise des Films, der sich den Opfern der Erbschleicher nie voyeuristisch oder gar reißerisch nähere, sondern sie sehr einfühlsam und in ihrer Würde nie verletzend porträtiere.

Für „Die Lüge ihres Lebens“ erhielten Elisabeth Raether und Tanja Stelzer den diesjährigen Regino-Preis in der Kategorie Print. Die Autorinnen schilderten in einem Dossier in der Wochenzeitung Die Zeit das Familien- und Justizdrama eines jungen Mädchens und ihres Vaters. Der Vater musste für Jahre ins Gefängnis, weil die Tochter behauptete, er habe sie vergewaltigt. 17 Jahre später gesteht sie: Alles erfunden! Laudatorin Hildegard Becker-Toussaint lobte anlässlich der Preisverleihung: „Ein mitreißender Beitrag, der den Leser durch ein Wechselbad der Gefühle zieht und Defizite des Justizsystems offenlegt.“

Der ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann-Riem, mahnte in seinem Festvortrag „Die Kommerzialisierung des Internet als Herausforderung“, dass derzeitige Normen wie Kartellrechts- und Datenschutzvorschriften schnell an ihre Grenzen stießen. Einzelnen Akteuren gelänge es mittlerweile immer öfter, Marktpositionen global auszubauen. Korrekturen der Marktstellung seien kaum absehbar.

Der Regino-Preis ist dotiert mit 750 Euro je Kategorie.

Jury-Mitglied Bernhard Töpper im Gespräch / Foto: Reiner Freese X21.deRechtsanwalt Ferner ist Jurymitglied und Mitinitiator des Preises / Foto: Reiner Freese X21.deC.H.BECK Pressesprecher Mathias Bruchmann knüpft Kontakte / Foto: Reiner Freese X21.deNJW-Chefredakteur Tobias Freudenberg unterhält die Regino-Preisträgerinnen Tanja Stelzer und Elisabeth Raether (v.l.) / Foto: Reiner Freese X21.deDer Festakt im Veranstaltungssaal der Bundesrechtsanwaltskammer in Berlin mit Laudatorin Hildegard Becker-Toussaint / Foto: Reiner Freese X21.deAnd the REGINO goes to... (v.l.n.r.) Matthias Reiche (BR), Ina Krauß (BR), Elisabeth Raether (Die Zeit), Tanja Stelzer (Die Zeit), Sigrid Born (SR/SWR), Nicole Würth (SR/SWR), Tim Aßmann (BR) und Thies Marsen (BR). Foto: Reiner Freese X21.deFestredner Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann-Riem sprach über die Herausforderungen des Internets / Foto: Reiner Freese X21.deImmer für einen Scherz zu haben: BRAK-Sprecher Stephan Göcken und Swen Walentowski vom Deutschen Anwaltverein (v.l.) / Foto: Reiner Freese X21.deBunte Blumen warten auf die Gewinner... / Foto: Reiner Freese X21.de

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